Andreas Scherf - Autochthone Schwarzpappeln & mehr

Mein Engagement für Natur und Heimat

 

Highlights unserer Arbeit

Die Schwarzpappel: Eine bedrohte heimische Baumart

Die ursprüngliche heimische Schwarzpappel (Populus nigra) gehört heute zu den stark gefährdeten Baumarten Deutschlands und wird auf der Roten Liste geführt.

Ihre Gefährdung ist das Ergebnis von mehr als 200 Jahren menschlicher Eingriffe in die Landschaft. Flussbegradigungen, Entwässerungen, Eindeichungen und die Verdrängung durch gezüchtete Hybridpappeln haben dazu geführt, dass die Art in weiten Teilen ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes nahezu verschwunden ist.

Seit den 1980er Jahren wird die Schwarzpappel deshalb gezielt gefördert. Dabei geht es nicht nur um die Erhaltung einer einzelnen Baumart, sondern um den Schutz genetischer Vielfalt. Jede Art, die sich über Jahrtausende an ihre natürlichen Lebensräume angepasst hat, stellt einen wertvollen Genpool dar und kann auch im Hinblick auf zukünftige klimatische Veränderungen von großer Bedeutung sein.

Darüber hinaus ist die Schwarzpappel ein charakteristisches Element unserer heimischen Kulturlandschaft und prägt seit Jahrhunderten das Bild vieler Flussauen.

Das Erscheinungsbild der Schwarzpappel

Die Europäische Schwarzpappel ist ein schnellwüchsiger und oft sehr mächtiger Baum. Alte Exemplare erreichen beträchtliche Höhen und entwickeln weit ausladende Kronen mit starken, häufig geknickten oder gebogenen Ästen. Ihr Erscheinungsbild erinnert aus der Ferne oft an alte Solitäreichen.

Typisch sind:

  • ein knorriger, oft stark verwachsener Stamm,
  • eine bereits in geringer Höhe ansetzende Krone,
  • eine dunkle, tief gefurchte Borke,
  • große, breit-keilförmige Blätter mit langer Spitze.

Ihren Namen verdankt die Schwarzpappel ihrer dunklen Rinde, die aus der Entfernung nahezu schwarz erscheint. Mit zunehmendem Alter entwickelt sich eine tiefrissige Borke mit charakteristischen Kreuzmustern und starken Wucherungen.

Schwarzpappeln können deutlich über 100 Jahre alt werden, einzelne Exemplare erreichen sogar ein Alter von bis zu 200 Jahren.

Männliche und weibliche Bäume

Die Schwarzpappel gehört zu den wenigen Baumarten mit getrennten Geschlechtern. Es gibt männliche und weibliche Bäume. In der Botanik spricht man von Zweihäusigkeit (Diözie).

Die männlichen Blütenknospen sind meist größer und liegen eng am Zweig an. Weibliche Knospen sind kleiner und biegen sich häufig nach außen.

Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal der Schwarzpappel ist der sogenannte Wolterson-Effekt. Dabei entspringt das erste Hauptadernpaar direkt an der Blattbasis. Dieses Merkmal fehlt den meisten Hybridpappeln und hilft bei der Unterscheidung.

Charakteristisch ist außerdem der seitlich abgeflachte Blattstiel, der die Blätter bereits bei schwachem Wind in Bewegung versetzt.

Vermehrung und Regenerationsfähigkeit

Die Schwarzpappel besitzt eine außergewöhnliche Regenerationskraft. Sie kann:

  • Stockausschläge bilden,
  • sich über abgebrochene Äste und Zweige vermehren,
  • sowie durch Samen neue Pflanzen hervorbringen.

Die Samen sind zwar sehr keimfähig, verlieren diese Eigenschaft jedoch bereits nach kurzer Zeit. Für die Keimung benötigen sie offene, feuchte und regelmäßig überflutete Rohböden. Da solche Standorte heute nur noch selten vorhanden sind, findet natürliche Verjüngung nur noch vereinzelt statt.

Standortansprüche

Die Schwarzpappel benötigt viel Wasser und zählt zu den wasserbedürftigsten heimischen Baumarten.

Während zur Bildung von einem Kilogramm Holzmasse bei der Buche etwa 350 Liter Wasser und bei der Kiefer rund 180 Liter erforderlich sind, benötigt die Schwarzpappel etwa 500 Liter.

Dauerhaft staunasse Böden verträgt sie jedoch schlecht, da ihre Wurzeln auf eine gute Sauerstoffversorgung angewiesen sind. Deshalb wächst sie bevorzugt in:

  • Flussauen,
  • periodisch überschwemmten Talräumen,
  • grundwassernahen Niederungen,
  • nährstoffreichen Auenwäldern.

Gemeinsam mit Weiden und Schwarzerlen bildet sie dort typische Auenwaldgesellschaften.

Natürliches Verbreitungsgebiet

Die Schwarzpappel ist in den Stromtälern West-, Mittel-, Südost- und Südeuropas sowie in Teilen Kleinasiens und Zentralasiens heimisch.

In Nordrhein-Westfalen liegen die traditionellen Verbreitungsschwerpunkte vor allem:

  • in der Rheinaue,
  • an den Nebenflüssen des Rheins,
  • in weiteren größeren Flusslandschaften.

Ob die Baumart ursprünglich auch am Niederrhein und an der Weser natürlich vorkam, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Historische Blattfunde deuten jedoch darauf hin, dass sie zumindest am nördlichen Niederrhein bereits im Mittelalter vertreten war.

Ursachen der Gefährdung

Der drastische Rückgang der Schwarzpappel hat zwei wesentliche Ursachen:

1. Verlust natürlicher Lebensräume

Flussbegradigungen, Eindeichungen, Entwässerungsmaßnahmen und die intensive landwirtschaftliche Nutzung führten dazu, dass große Teile der ursprünglichen Auenlandschaften verloren gingen.

Besonders seit den Rheinregulierungen des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche natürliche Überschwemmungsflächen zerstört. Die einst ausgedehnten Auenwälder sind heute nur noch in Restbeständen vorhanden.

2. Verdrängung durch Hybridpappeln

Seit dem 18. Jahrhundert wurden nordamerikanische Schwarzpappeln (Populus deltoides) nach Europa eingeführt.

Durch natürliche Kreuzungen mit der heimischen Schwarzpappel entstanden sogenannte euramerikanische Hybridpappeln (Populus × euramericana). Diese zeichnen sich durch geradere Stämme und besonders schnelles Wachstum aus und wurden deshalb in der Forstwirtschaft bevorzugt angepflanzt.

Die flächige Verwendung dieser Hybriden führte dazu, dass die ursprüngliche Schwarzpappel vielerorts verdrängt wurde und ihr Bestand dramatisch zurückging.

Erhaltungsmaßnahmen in Nordrhein-Westfalen

Bereits Anfang der 1980er Jahre begann die damalige Landesanstalt für Ökologie, Landschaftsentwicklung und Forstplanung (LÖLF) mit gezielten Schutzmaßnahmen.

Heute wird diese Arbeit von Wald und Holz NRW fortgeführt.

Wichtige Ziele sind:

  • Erfassung vorhandener Altbäume,
  • genetische Untersuchung zur Bestimmung der Reinrassigkeit,
  • Erhaltung genetischer Vielfalt,
  • Aufbau von Mutterquartieren,
  • Vermehrung und Wiederansiedlung der Art.

Derzeit umfasst das Mutterquartier von Wald und Holz NRW mehrere hundert genetisch untersuchte und als artenrein bestätigte Klone.

Aus diesen Beständen werden jährlich Steckhölzer gewonnen, die in Baumschulen angezogen und anschließend für Renaturierungs- und Pflanzprojekte bereitgestellt werden.

Unsere Arbeit im Kreis Paderborn

Im Kreis Paderborn galten bis 2019 lediglich vier Schwarzpappeln als genetisch bestätigte Reinbestände.

Durch intensive Nachforschungen des Ortsheimatpflegers konnten weitere Verdachtsbäume ermittelt werden. Gemeinsam mit Fachleuten von Wald und Holz NRW wurden diese begutachtet und genetisch untersucht.

Dabei konnten unter anderem mehrere artenreine Schwarzpappeln im Bereich Brenken sowie im Paderquellgebiet nachgewiesen werden.

Ein besonderer Erfolg war später auch der Nachweis weiterer genetisch reiner Schwarzpappeln in der Lippeaue, die für den Erhalt der Art im Kreis Paderborn von großer Bedeutung sind.

Leidenschaft und Expertise vereint

Ich fördere die Erhaltung autochthoner Schwarzpappeln. Ich bewahre und fördere die Heimatpflege.
Ich mag Oldtimer Traktoren und ich habe
eine Leidenschaft für das Motorradfahren und die Geschichten drumherum.

Treten Sie in Kontakt!

„Willkommen auf meiner Seite! Hier dreht sich alles um die seltene Schwarzpappel – eine Baumart, die in unserer Region fast verschwunden ist. Ich dokumentiere Funde, organisiere Pflanzaktionen und möchte zeigen, warum dieser Baum so wichtig für unsere Natur ist.“I

ca. 45

entdeckte reinrassige Schwarzpappeln

350

gepflanzte reinrassige Schwarzpappeln

100

angewachsene Jungbäume

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