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„Willkommen auf meiner Seite! Hier dreht sich alles um die seltene Schwarzpappel – eine Baumart, die in unserer Region fast verschwunden ist. Ich dokumentiere Funde, organisiere Pflanzaktionen und möchte zeigen, warum dieser Baum so wichtig für unsere Natur ist.“I

Highlights unserer Arbeit

Die ursprüngliche, heimische Schwarzpappel (Populus nigra) gilt heute als eine der stark gefährdeten Arten der Roten Liste. 

Die Gründe ihrer Gefährdung sind vielfältig und bereits seit mehr als 200 Jahren durch menschliches Eingreifen und Gestalten der Landschaft bedingt.

Aus Gründen der Artenvielfalt und Generhaltung wird sie seit den 80-er Jahren wieder gefördert. Man hat erkannt, dass jede Art, die sich im Laufe der Evolution allen Widrigkeiten der Natur zum Trotz an die speziellen standörtlichen Gegebenheiten hat anpassen können, auch ein großes Potential besitzt. 

Gedacht ist dabei, neben der möglichst groß zu erhaltenden Vielfalt der heimischen Arten, auch an mögliche Rückkreuzungen im Rahmen des Klimawandels und auch an ihre besondere Eigenheit als hiesiges Landschaftselement, das Erhalten bleiben soll. 

Das Erscheinungsbild der Schwarzpappel

Die europäische Schwarzpappel ist ein starkwüchsiger Baum von oftmals recht großen Dimensionen. Ihr äußeres Erscheinungsbild ähnelt von weitem sehr stark dem von alten Solitäreichen: Die Äste sind oft weit ausladend und bilden Bögen und Knicke. Der Stamm ist knorrig, stark beulig und verwachsen und die Krone beginnt in der Regel schon nach ein paar Metern.

Schwarzpappeln können weit über 100 Jahre, sogar bis zu 200 Jahre alt werden. 

Ihren Namen hat die Schwarzpappel ihrer dunklen, verwobenen Rinde zu verdanken, die von weitem schwarz erscheint. Die Rinde ist tief gefurcht und entwickelt sich im Alter zu einer sehr dicken, rauen und längsrissigen Borke mit charakteristischen Kreuzmustern und vielen wuchernden Beulen.

Die Pappeln gehören zu den wenigen Pflanzenarten - weltweit sind es nur 4% aller bekannten höheren Arten, welche unterschiedliche Geschlechter ausgebildet haben. Es gibt also männliche und weibliche Exemplare. In der Botanik spricht man von „Zweihäusigkeit“ und meint damit, dass jedes Geschlecht sein eigenes „Haus“ (in diesem Fall seinen eigenen Baum) bewohnt bzw. darstellt. 

Die männlichen Blütenknospen sind deutlich größer als die weiblichen und liegen am Zweig an, während die weiblichen sich stets nach außen biegen. Sie sind ockerfarben-hellbraun bis braunrot. Die Blätter sind breit keilförmig und haben eine deutlich lange, auslaufende Spitze.

Ein typisches Merkmal ist der „Wolterson-Effekt“: das erste Hauptader-Paar kommt direkt aus der Blattgrundbasis. Dieses ist bei Hybridpappeln nicht der Fall.

Die Blätter haben einen seitlich abgeflachten Stiel, was dazu führt, dass sie auch bei leisestem Windhauch immer in flatternder Bewegung sind. 

Die Schwarzpappel ist sehr regenerationsfähig. Sie kann Stockausschläge bilden und sich auch mit Hilfe abgerissener Äste und Zweige vermehren.

Die Samen haben eine hohe Keimfähigkeit, die jedoch nur von sehr kurzer Dauer ist. Da sie zur Keimung offenen, feuchten Schwemmlandboden benötigen, den es heute nur noch selten gibt, ist die natürliche Vermehrung schwierig geworden.

 

Die Bodenansprüche der Schwarzpappel

Die Schwarzpappel hat allgemein einen großen Bedarf an Wasser. Im Vergleich zu anderen Bäumen - wie zum Beispiel der Buche oder der Kiefer - braucht sie ca. 500 Liter Wasser, um ein Kilo Holzmasse zu bilden. Die Buche braucht dafür nur 350 Liter, die genügsame Kiefer gerade mal 180 Liter Wasser. 

Andauernd staunasse Böden werden von der Schwarzpappel allerdings gemieden, da sie auch eine gute Durchlüftung des Wurzelraumes braucht. Sie ist daher nicht für den direkten Uferbereich und somit auch nicht für eine Uferbefestigung geeignet. Periodische Überschwemmungen verträgt sie jedoch gut.

Die natürlichen und somit bestens geeigneten Standorte der Schwarzpappel sind daher die Auewälder mit ihren nährstoffreichen, tiefgründigen Schlickablagerungen. Hier ist das Grundwasser immer in Bewegung und daher sauerstoffreich. Auch Flusstäler, die regelmäßig überschwemmt werden sowie Wiesen- und Waldniederungen zählen zu den bevorzugten Standorten. 

Hier bilden die Pappeln mit Weiden und Schwarzerlen eine Pflanzengesellschaft, in deren Krautschicht man Pflanzen wie z. B. Glanzgras, Knöterich, wolliges Honiggras, Mädesüß, Gänsefingerkraut, hohe Seggen, Dost und Nesseln finden kann.

Die natürliche Verbreitung der Schwarzpappel

Die Stromtäler in West-, Mittel-, Südost- und Südeuropa sowie Kleinasien und der gemäßigte teil Zentralasiens werden als natürliches Verbreitungsgebiet angenommen.

In Nordrhein-Westfalen ist die Schwarzpappel in der Rheinaue und am Unterlauf der Nebenflüsse des Rheins heimisch. Inwieweit das Niederrheingebiet zum ursprünglichen Verbreitungsgebiet gehört, ist nicht sicher geklärt. 1970 wurde jedoch der Fund von Schwarzpappelblättern aus dem 12. Jahrhundert nördlich von Büderich nachgewiesen. Aufgrund dieses Fundes ist es nicht auszuschließen, dass die Schwarzpappel auch am nördlichen Niederrhein ursprünglich vorgekommen ist. Ein sicherer Nachweis für ihr natürliches Vorkommen an der Weser fehlt bis heute.

Gründe für die Gefährdung der Art

Für den Rückgang der Schwarzpappeln sind zwei hauptsächliche Ursachen zu nennen, die bewirkt haben, dass die in den Fluss- und Stromtälern Nordrhein-Westfalens einst weit verbreitete Schwarzpappel heute fast völlig aus der Landschaft verschwunden ist.

Zum einen wurden durch Flussregulierungen, Eindeichungen, Trockenlegungen und Grundwasserabsenkungen sowie durch die fortschreitende Landnutzung ihre natürlichen Standorte bis heute größtenteils vernichtet. Der Ausbau der mitteleuropäischen Flüsse setzte Anfang des 18. Jahrhunderts u. a. mit den „Rheinkorrekturplänen“ von Oberst Tulla (1817) ein. 

In der Folgezeit wurden die typischen Auewälder bis heute immer weiter reduziert, sodass Auewälder mit großflächiger Ausdehnung heute praktisch nicht mehr vorhanden sind und sich nur noch vereinzelt als Relikte finden.

Die zweite Ursache der weitgehenden Verdrängung der Schwarzpappel ist die ebenfalls zu dieser Zeit einsetzende massenhafte Auspflanzung von gezüchteten Hybridpappeln auf Standorten, auf denen die Schwarzpappel wuchs. Anfang des 18. Jahrhunderts war die Nordamerikanische Schwarzpappel (Populus deltoides) in Westeuropa eingeführt worden, wo sie sich spontan mit der europäischen Schwarzpappel kreuzte. Aus solchen Kreuzungen wurden in der Folge besonders gut geformte Nachkommen ausgewählt und durch Steckhölzer vermehrt und verbreitet. Die durch Stecklinge herangewachsenen, genetisch identischen Nachkommen einer solchen Mutterpflanze nennt man Klone. Im Laufe der Zeit wurden viele verschiedene Hybridsorten herausgezüchtet, die sich in ihren Merkmalen, Aussehen, aber auch Wuchseigenschaften unterscheiden. Insgesamt spricht man bei diesen Kultursorten von 

„euramerikanischen Schwarzpappelhybriden“;
die wissenschaftliche Bezeichnung lautet „Populus x euramericana“.

Die Hybridpappeln waren aufgrund ihrer gleichförmigen Stammausbildung und insbesondere wegen ihrer Wuchskraft für die Holzwirtschaft interessanter als die urwüchsigen, unregelmäßig und knorrig geformten Riesen und wurden seit ca. Anfang des 19. Jahrhunderts in Massen auf Standorten, die ursprünglich Habitate der Schwarzpappel waren, ausgepflanzt. So kam es, dass die heimische Schwarzpappel weitestgehend verdrängt wurde.

Erhaltungsmaßnahmen durch Wald und Holz in Nordrhein-Westfalen und den anderen Ländern

Seit Beginn der achtziger Jahre hat die Forstabteilung der damaligen LÖLF mit Hilfsmaßnahmen für die Schwarzpappel begonnen. Später hat sich die Forstgenbank NRW der Erhaltung der Schwarzpappel auf der Grundlage der früheren Arbeiten der LÖLF besonders intensiv gewidmet. 

Diese Arbeit wird seit 2007 von Wald und Holz NRW im Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald fortgeführt.

Zuerst bedurfte es einer genauen Kenntnis der Anzahl und Standorte der noch vorhandenen Exemplare. Im folgenden Schritt wurden dann die Bäume genetischen Untersuchungen unterzogen, um ihre Reinrassigkeit zu belegen. Im Laufe der Jahre wurden auf diese Weise durch eigene Evaluierungen, Hinweise aus der Forstverwaltung, Meldungen von engagierten Naturschützern und aus der Bevölkerung eine stattliche Anzahl von artreinen Schwarzpappeln ermittelt, deren Zahl von ca. 800 Altbäumen auf den ersten Blick hoch erscheinen mag. Bedenkt man jedoch die Größe unseres Bundeslandes NRW, so wird einem schnell klar, dass diese Anzahl sehr gering ist. Die Schwarzpappeln kommen zum großen Teil nur noch als relikthafte Solitärbäume vor, die vielfach ihr natürliches Lebensalter schon erreicht und überschritten haben. Sie sind daher auch schlecht zu vermehren, weil die Bewurzelungskraft nachlässt. So wird zusätzlich deutlich, wie ernst es um diese Art steht. 

Die meisten der vom Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald aktuell erfassten ca. 825 Altbäume von Schwarzpappeln befinden sich in den Naturräumen „Hellwegbörden“, „Kern- und Westmünsterland“, „Emscherland“, „Niederrheinebene“ und „Köln-Bonner Rheinebene“. Diese Standorte entsprechen im Wesentlichen ihren Optimalstandorten.

Einzelne Exemplare waren auch im Bereich der „Paderborner Hochfläche“, des „Lipper Bergland“ und der „nordwestdeutschen Berglandschwelle“ zu finden. Inwieweit sich diese Bäume natürlich hier vermehrt haben oder von Menschenhand gepflanzt wurden, ist jedoch schwer zu klären. Tatsache bleibt jedoch, dass die Baumart ursprünglich hier heimisch war und jedes artenreine Individuum ein erhaltungswürdiges Relikt darstellt.

Das Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald hat ein Mutterquartier mit zurzeit 332 genetisch untersuchten und als artenrein bestätigten Klonen eingerichtet, welches fortlaufend ergänzt und erweitert wird. 

Ziel ist es, alle bekannten und neu hinzukommenden Individuen hier vertreten zu wissen und durch Gewinnung von Steckhölzern von diesen Bäumen die Schwarzpappel wieder verstärkt zu verbreiten.

Aus dem Mutterquartier werden jährlich Steckhölzer geschnitten, die in einer Baumschule angezogen werden und später als Pflanzen für Renaturierungs-, Ersatz-, oder Neuanpflanzungen an Interessierte gegen einen Unkostenbeitrag abgegeben und in geeignete Landschaftsbereiche ausgebracht werden 

Bislang geleistete Arbeit

Der Ortsheimatpfleger hat im Kreisgebiet nach artenreinen Schwarzpappeln gesucht. Bis 2019 waren nur 4 artenreine Schwarzpappeln im Kreis PB anerkannt. Nach der Suche wurde die Bäume vorab mit Frau Schulze, Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald, NRW, besichtigt und später Proben entnommen. Die Proben werden mit einem speziellen Verfahren im Labor untersucht. 3 artenreine Schwarzpappeln stehen in Brenken unweit der alten Burg in Richtung Almebrücke im Ort an der Alme bzw. dem Almeüberlauf. 2 Schwarzpappeln sind davon klonidentisch. Eine weitere stand in Paderborn im Paderquellgebiet. 

Methodik

Die Überprüfung erfolgte mit genetischen Methoden nach Rajora (1989a, 1989b, 1989c) Rajora & Zuffa (1989) sowie Janßen (1997, 1998), wodurch sich die beiden reinen Schwarzpappeln (P. nigra und P.deltoides) und deren Hybriden (P. x canadensis) mittels Isoenzymen unterscheiden lassen. Analysiert wurden daher diagnostische Isoenzym-Genorte, die einen Rückschluss auf Hybridisierung zulassen (PGI, LAP, PGM, SKDH; Tab. 1). Weitere Isoenzym-Systeme (GOT, MDH, IDH) wurden genutzt, um Rückschlüsse auf die Art der Vermehrung zu ziehen (generativ vs. vegetativ).. 

 

Quelle: Das Pappelbuch von Professor Dr. H. Hesmer, Herausgeber  Deutscher Pappelverein 1951

Anmerkungen: Das Buch kann man in antiquarischen Büchereien günstig erwerben. Der Deutschen Pappelverein hat Hefte regelmäßig herausgegeben. Der Anbau von schnellwüchsigen Bastardpappeln war in der Nachkriegszeit ein lohnendes Geschäft. 

Der Deutsche Pappelverein e.V. ist keine aktive, öffentlich präsente Organisation mit aktueller Website, sondern vor allem als historisches Vereinsarchiv bekannt. Er war nach dem Zweiten Weltkrieg (ca.1947–1954) im Bereich Forst- und Holzwirtschaft, speziell Pappelzüchtung und -anbau, aktiv tätig.

 

 

 

Autochthone Schwarzpappeln

Erfahren Sie mehr über die Bedeutung und Pflege der Schwarzpappeln in unserer Region.

Heimatpflege

Meine Projekte zur Förderung der Heimatpflege und zur Erhaltung der Natur.

Oldtimer Traktoren

Ausstellung von historischen Traktoren.

Motorräder

Motorradveranstaltungen

Mein Engagement für Natur und Heimat

Schwarzpappeln und Oldtimer auf einen Blick

Leidenschaft und Expertise vereint

Ich fördere die Erhaltung autochthoner Schwarzpappeln. Ich bewahre und fördere die Heimatpflege.
Ich mag Oldtimer Traktoren und ich habe
eine Leidenschaft für das Motorradfahren und die Geschichten drumherum.

ca. 45

entdeckte reinrassige Schwarzpappeln

350

gepflanzte reinrassige Schwarzpappeln

100

angewachsene Jungbäume

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Highlights unserer Arbeit

Die ursprüngliche, heimische Schwarzpappel (Populus nigra) gilt heute als eine der stark gefährdeten Arten der Roten Liste. 

Die Gründe ihrer Gefährdung sind vielfältig und bereits seit mehr als 200 Jahren durch menschliches Eingreifen und Gestalten der Landschaft bedingt.

Aus Gründen der Artenvielfalt und Generhaltung wird sie seit den 80-er Jahren wieder gefördert. Man hat erkannt, dass jede Art, die sich im Laufe der Evolution allen Widrigkeiten der Natur zum Trotz an die speziellen standörtlichen Gegebenheiten hat anpassen können, auch ein großes Potential besitzt. 

Gedacht ist dabei, neben der möglichst groß zu erhaltenden Vielfalt der heimischen Arten, auch an mögliche Rückkreuzungen im Rahmen des Klimawandels und auch an ihre besondere Eigenheit als hiesiges Landschaftselement, das Erhalten bleiben soll. 

Das Erscheinungsbild der Schwarzpappel

Die europäische Schwarzpappel ist ein starkwüchsiger Baum von oftmals recht großen Dimensionen. Ihr äußeres Erscheinungsbild ähnelt von weitem sehr stark dem von alten Solitäreichen: Die Äste sind oft weit ausladend und bilden Bögen und Knicke. Der Stamm ist knorrig, stark beulig und verwachsen und die Krone beginnt in der Regel schon nach ein paar Metern.

Schwarzpappeln können weit über 100 Jahre, sogar bis zu 200 Jahre alt werden. 

Ihren Namen hat die Schwarzpappel ihrer dunklen, verwobenen Rinde zu verdanken, die von weitem schwarz erscheint. Die Rinde ist tief gefurcht und entwickelt sich im Alter zu einer sehr dicken, rauen und längsrissigen Borke mit charakteristischen Kreuzmustern und vielen wuchernden Beulen.

Die Pappeln gehören zu den wenigen Pflanzenarten - weltweit sind es nur 4% aller bekannten höheren Arten, welche unterschiedliche Geschlechter ausgebildet haben. Es gibt also männliche und weibliche Exemplare. In der Botanik spricht man von „Zweihäusigkeit“ und meint damit, dass jedes Geschlecht sein eigenes „Haus“ (in diesem Fall seinen eigenen Baum) bewohnt bzw. darstellt. 

Die männlichen Blütenknospen sind deutlich größer als die weiblichen und liegen am Zweig an, während die weiblichen sich stets nach außen biegen. Sie sind ockerfarben-hellbraun bis braunrot. Die Blätter sind breit keilförmig und haben eine deutlich lange, auslaufende Spitze.

Ein typisches Merkmal ist der „Wolterson-Effekt“: das erste Hauptader-Paar kommt direkt aus der Blattgrundbasis. Dieses ist bei Hybridpappeln nicht der Fall.

Die Blätter haben einen seitlich abgeflachten Stiel, was dazu führt, dass sie auch bei leisestem Windhauch immer in flatternder Bewegung sind. 

Die Schwarzpappel ist sehr regenerationsfähig. Sie kann Stockausschläge bilden und sich auch mit Hilfe abgerissener Äste und Zweige vermehren.

Die Samen haben eine hohe Keimfähigkeit, die jedoch nur von sehr kurzer Dauer ist. Da sie zur Keimung offenen, feuchten Schwemmlandboden benötigen, den es heute nur noch selten gibt, ist die natürliche Vermehrung schwierig geworden.

 

Die Bodenansprüche der Schwarzpappel

Die Schwarzpappel hat allgemein einen großen Bedarf an Wasser. Im Vergleich zu anderen Bäumen - wie zum Beispiel der Buche oder der Kiefer - braucht sie ca. 500 Liter Wasser, um ein Kilo Holzmasse zu bilden. Die Buche braucht dafür nur 350 Liter, die genügsame Kiefer gerade mal 180 Liter Wasser. 

Andauernd staunasse Böden werden von der Schwarzpappel allerdings gemieden, da sie auch eine gute Durchlüftung des Wurzelraumes braucht. Sie ist daher nicht für den direkten Uferbereich und somit auch nicht für eine Uferbefestigung geeignet. Periodische Überschwemmungen verträgt sie jedoch gut.

Die natürlichen und somit bestens geeigneten Standorte der Schwarzpappel sind daher die Auewälder mit ihren nährstoffreichen, tiefgründigen Schlickablagerungen. Hier ist das Grundwasser immer in Bewegung und daher sauerstoffreich. Auch Flusstäler, die regelmäßig überschwemmt werden sowie Wiesen- und Waldniederungen zählen zu den bevorzugten Standorten. 

Hier bilden die Pappeln mit Weiden und Schwarzerlen eine Pflanzengesellschaft, in deren Krautschicht man Pflanzen wie z. B. Glanzgras, Knöterich, wolliges Honiggras, Mädesüß, Gänsefingerkraut, hohe Seggen, Dost und Nesseln finden kann.

Die natürliche Verbreitung der Schwarzpappel

Die Stromtäler in West-, Mittel-, Südost- und Südeuropa sowie Kleinasien und der gemäßigte teil Zentralasiens werden als natürliches Verbreitungsgebiet angenommen.

In Nordrhein-Westfalen ist die Schwarzpappel in der Rheinaue und am Unterlauf der Nebenflüsse des Rheins heimisch. Inwieweit das Niederrheingebiet zum ursprünglichen Verbreitungsgebiet gehört, ist nicht sicher geklärt. 1970 wurde jedoch der Fund von Schwarzpappelblättern aus dem 12. Jahrhundert nördlich von Büderich nachgewiesen. Aufgrund dieses Fundes ist es nicht auszuschließen, dass die Schwarzpappel auch am nördlichen Niederrhein ursprünglich vorgekommen ist. Ein sicherer Nachweis für ihr natürliches Vorkommen an der Weser fehlt bis heute.

Gründe für die Gefährdung der Art

Für den Rückgang der Schwarzpappeln sind zwei hauptsächliche Ursachen zu nennen, die bewirkt haben, dass die in den Fluss- und Stromtälern Nordrhein-Westfalens einst weit verbreitete Schwarzpappel heute fast völlig aus der Landschaft verschwunden ist.

Zum einen wurden durch Flussregulierungen, Eindeichungen, Trockenlegungen und Grundwasserabsenkungen sowie durch die fortschreitende Landnutzung ihre natürlichen Standorte bis heute größtenteils vernichtet. Der Ausbau der mitteleuropäischen Flüsse setzte Anfang des 18. Jahrhunderts u. a. mit den „Rheinkorrekturplänen“ von Oberst Tulla (1817) ein. 

In der Folgezeit wurden die typischen Auewälder bis heute immer weiter reduziert, sodass Auewälder mit großflächiger Ausdehnung heute praktisch nicht mehr vorhanden sind und sich nur noch vereinzelt als Relikte finden.

Die zweite Ursache der weitgehenden Verdrängung der Schwarzpappel ist die ebenfalls zu dieser Zeit einsetzende massenhafte Auspflanzung von gezüchteten Hybridpappeln auf Standorten, auf denen die Schwarzpappel wuchs. Anfang des 18. Jahrhunderts war die Nordamerikanische Schwarzpappel (Populus deltoides) in Westeuropa eingeführt worden, wo sie sich spontan mit der europäischen Schwarzpappel kreuzte. Aus solchen Kreuzungen wurden in der Folge besonders gut geformte Nachkommen ausgewählt und durch Steckhölzer vermehrt und verbreitet. Die durch Stecklinge herangewachsenen, genetisch identischen Nachkommen einer solchen Mutterpflanze nennt man Klone. Im Laufe der Zeit wurden viele verschiedene Hybridsorten herausgezüchtet, die sich in ihren Merkmalen, Aussehen, aber auch Wuchseigenschaften unterscheiden. Insgesamt spricht man bei diesen Kultursorten von 

„euramerikanischen Schwarzpappelhybriden“;
die wissenschaftliche Bezeichnung lautet „Populus x euramericana“.

Die Hybridpappeln waren aufgrund ihrer gleichförmigen Stammausbildung und insbesondere wegen ihrer Wuchskraft für die Holzwirtschaft interessanter als die urwüchsigen, unregelmäßig und knorrig geformten Riesen und wurden seit ca. Anfang des 19. Jahrhunderts in Massen auf Standorten, die ursprünglich Habitate der Schwarzpappel waren, ausgepflanzt. So kam es, dass die heimische Schwarzpappel weitestgehend verdrängt wurde.

Erhaltungsmaßnahmen durch Wald und Holz in Nordrhein-Westfalen und den anderen Ländern

Seit Beginn der achtziger Jahre hat die Forstabteilung der damaligen LÖLF mit Hilfsmaßnahmen für die Schwarzpappel begonnen. Später hat sich die Forstgenbank NRW der Erhaltung der Schwarzpappel auf der Grundlage der früheren Arbeiten der LÖLF besonders intensiv gewidmet. 

Diese Arbeit wird seit 2007 von Wald und Holz NRW im Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald fortgeführt.

Zuerst bedurfte es einer genauen Kenntnis der Anzahl und Standorte der noch vorhandenen Exemplare. Im folgenden Schritt wurden dann die Bäume genetischen Untersuchungen unterzogen, um ihre Reinrassigkeit zu belegen. Im Laufe der Jahre wurden auf diese Weise durch eigene Evaluierungen, Hinweise aus der Forstverwaltung, Meldungen von engagierten Naturschützern und aus der Bevölkerung eine stattliche Anzahl von artreinen Schwarzpappeln ermittelt, deren Zahl von ca. 800 Altbäumen auf den ersten Blick hoch erscheinen mag. Bedenkt man jedoch die Größe unseres Bundeslandes NRW, so wird einem schnell klar, dass diese Anzahl sehr gering ist. Die Schwarzpappeln kommen zum großen Teil nur noch als relikthafte Solitärbäume vor, die vielfach ihr natürliches Lebensalter schon erreicht und überschritten haben. Sie sind daher auch schlecht zu vermehren, weil die Bewurzelungskraft nachlässt. So wird zusätzlich deutlich, wie ernst es um diese Art steht. 

Die meisten der vom Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald aktuell erfassten ca. 825 Altbäume von Schwarzpappeln befinden sich in den Naturräumen „Hellwegbörden“, „Kern- und Westmünsterland“, „Emscherland“, „Niederrheinebene“ und „Köln-Bonner Rheinebene“. Diese Standorte entsprechen im Wesentlichen ihren Optimalstandorten.

Einzelne Exemplare waren auch im Bereich der „Paderborner Hochfläche“, des „Lipper Bergland“ und der „nordwestdeutschen Berglandschwelle“ zu finden. Inwieweit sich diese Bäume natürlich hier vermehrt haben oder von Menschenhand gepflanzt wurden, ist jedoch schwer zu klären. Tatsache bleibt jedoch, dass die Baumart ursprünglich hier heimisch war und jedes artenreine Individuum ein erhaltungswürdiges Relikt darstellt.

Das Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald hat ein Mutterquartier mit zurzeit 332 genetisch untersuchten und als artenrein bestätigten Klonen eingerichtet, welches fortlaufend ergänzt und erweitert wird. 

Ziel ist es, alle bekannten und neu hinzukommenden Individuen hier vertreten zu wissen und durch Gewinnung von Steckhölzern von diesen Bäumen die Schwarzpappel wieder verstärkt zu verbreiten.

Aus dem Mutterquartier werden jährlich Steckhölzer geschnitten, die in einer Baumschule angezogen werden und später als Pflanzen für Renaturierungs-, Ersatz-, oder Neuanpflanzungen an Interessierte gegen einen Unkostenbeitrag abgegeben und in geeignete Landschaftsbereiche ausgebracht werden 

Bislang geleistete Arbeit

Der Ortsheimatpfleger hat im Kreisgebiet nach artenreinen Schwarzpappeln gesucht. Bis 2019 waren nur 4 artenreine Schwarzpappeln im Kreis PB anerkannt. Nach der Suche wurde die Bäume vorab mit Frau Schulze, Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald, NRW, besichtigt und später Proben entnommen. Die Proben werden mit einem speziellen Verfahren im Labor untersucht. 3 artenreine Schwarzpappeln stehen in Brenken unweit der alten Burg in Richtung Almebrücke im Ort an der Alme bzw. dem Almeüberlauf. 2 Schwarzpappeln sind davon klonidentisch. Eine weitere stand in Paderborn im Paderquellgebiet. 

Methodik

Die Überprüfung erfolgte mit genetischen Methoden nach Rajora (1989a, 1989b, 1989c) Rajora & Zuffa (1989) sowie Janßen (1997, 1998), wodurch sich die beiden reinen Schwarzpappeln (P. nigra und P.deltoides) und deren Hybriden (P. x canadensis) mittels Isoenzymen unterscheiden lassen. Analysiert wurden daher diagnostische Isoenzym-Genorte, die einen Rückschluss auf Hybridisierung zulassen (PGI, LAP, PGM, SKDH; Tab. 1). Weitere Isoenzym-Systeme (GOT, MDH, IDH) wurden genutzt, um Rückschlüsse auf die Art der Vermehrung zu ziehen (generativ vs. vegetativ).. 

 

Quelle: Das Pappelbuch von Professor Dr. H. Hesmer, Herausgeber  Deutscher Pappelverein 1951

Anmerkungen: Das Buch kann man in antiquarischen Büchereien günstig erwerben. Der Deutschen Pappelverein hat Hefte regelmäßig herausgegeben. Der Anbau von schnellwüchsigen Bastardpappeln war in der Nachkriegszeit ein lohnendes Geschäft. 

Der Deutsche Pappelverein e.V. ist keine aktive, öffentlich präsente Organisation mit aktueller Website, sondern vor allem als historisches Vereinsarchiv bekannt. Er war nach dem Zweiten Weltkrieg (ca.1947–1954) im Bereich Forst- und Holzwirtschaft, speziell Pappelzüchtung und -anbau, aktiv tätig.

 

 

 

Autochthone Schwarzpappeln

Erfahren Sie mehr über die Bedeutung und Pflege der Schwarzpappeln in unserer Region.

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Meine Projekte zur Förderung der Heimatpflege und zur Erhaltung der Natur.

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Ausstellung von historischen Traktoren.

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